Warum fühlen wir uns einsam?

Nichts ist so wie es scheint – das ist eine Lektion, die wir hier lernen müssen und die uns, solange wir es nicht mit unserem ganzen Wesen verstanden haben, zu schafffen macht. Bis es soweit ist, sind wir Gefangene von uns selbst, wir sind die Söhne und Töchter, die sich in ihren innersten Empfindungen verraten fühlen, weil scheinbar niemand auf ihre unschuldige, sensible Seele achtet. Wir versuchen immer unser Bestes und es scheint niemanden zu gefallen, niemand kümmert sich darum, ob wir gerade in uns so etwas wie Anstand oder Scham verspüren, wenn es heiß hergeht. Niemand berichtet uns über unsere gelungene Taten und Schritte, niemand weiß über unsere „Schattensprünge“ Bescheid. Wir sind wie „Schattensoldaten“, die in der Gegend herumspazieren, gegen Windmühlen kämpfen – bereit, das letzte Hab und Gut für das Wohl der Allgemeinheit oder für Einen zu geben. Niemand ist da, der es achtet, der das sieht und versteht. Warum? Warum fühlt es sich so an?

Weil …

Weil wir uns in solchen Momenten in einer Welt befinden, in der es sich lohnt zu kämpfen, in der man sich retten muss/soll, in der Gefahren drohen, in der nur das Richtige zählt, in der ein Schritt daneben dem Sprung in die Hölle gleicht. Wer soll uns in dieser Welt helfen? Welche guten Geister sollen sich dort befinden? Welcher Gott? In einer gottlosen Welt kann es doch keinen Gott geben. Gott ist überall … Ja, das stimmt, aber wenn man schon die Logik benutzt, dann stimmt doch etwas nicht. Also Gott ist überall, das stimmt – wie kann es dann aber eine gottlose Welt geben? Kann es nicht! Deswegen ist der Gedanke daran nur eine Illusion. Aus diesem Blickwinkel betrachtet – in welcher Welt sollte man dann gerettet werden? In welcher muss man mit letzter Kraft kämpfen? Welche Gefahr außer der unendlichen Liebe, außer dem Leben allein, soll in der göttlichen Welt „drohen“?

Aus dem Buch “BewusstseinsCoaching – Das menschliche Paradoxon“, Seite 85