Wollen wir uns heilen?

Ich glaube, wenn wir uns heilen wollen, wenn wir nicht mehr Schmerz, keine Beschwerden mehr haben wollen, wenn wir statt krank gesund sein wollen, müssen wir uns zuerst selbst bewusst werden, was wir damit meinen:

Bin ich wirklich krank oder glaube ich nur krank zu sein, weil es sich als krank anfühlt oder weil ich dieses Gefühl als „krank“ zu identifizieren gelernt habe. Wenn ich das Wort „krank“ weglasse, wie würde ich sonst meinen Zustand beschreiben? Welche Worte würde ich benutzen? Was ist mit mir los? Fehlt mir etwas? Drückt mich etwas? Fühle ich mich verschoben? Unklar? Verwirrt? Zwickt? Brennt? Friert? Zuckt? Tut es weh? Kann ich nicht atmen, essen, ausscheiden? Schmeckt nicht, macht keinen Spaß, geht mir auf die Nerven, interessiert mich nicht? Bin traurig, hilflos, hoffnungslos, aufgegeben? Fühle ich mich alleine, ausgeliefert, ohnmächtig, verloren, unverstanden? Ist niemand da, um mir zu helfen, mich zu trösten, stärken, kräftigen? Haben die Ärzte gesagt – meine Werte sind im Eimer? Organinsuffizienz? Habe ich ein gebrochenes Bein, Herz? Wurde ich verletzt, ausgelacht? Kann ich mich nicht rühren, von der Stelle bewegen? Ist alles zu schwer, zu unversändlich? Frustriert, matt, lasch, ausgelaugt, unlustig, schwach, zittrig, energielos …

Viele, viele Wort. Einfache Worte, die man besser verstehen kann, durch die man sich ein besseres Bild über die eigenen Verfassung machen kann. Wenn ich erkenne, dass ich traurig bin, dass mich etwas zwickt oder drückt, frage ich mich dann auch, ob ich mich heilen soll? Oder frage ich mich stattdessen, was kann ich tun, damit ich nicht mehr traurig bin, damit ich das unangenehme Zwicken los werde, nicht mehr unter Druck stehe?

Was ist meine persönlich Einstellung? Bin ich lieber krank und will nicht wissen, was sich dahinter verbirgt oder schaue ich lieber in mich hinein, um zu erfahren, was mir fehlt, was mich bedrückt, was ich brauche, möchte, will, soll, kann …

Aus dem Buch “Der Mensch und seine Heilung – Das göttliche Puzzle” Seite 73